Die Straße der Technik in Mantua

Musei e artisti celebri locali

Giuseppe Gorni Monument
die Liga Bauer

 Die Kunststraße des "basso mantovano" (Flachland Mantuas)

In den nebligen Ebenen des südmantuanischen Landes findet man nicht nur alte Landhöfe, wo die Bauern auf ihren Feldern hart arbeiten, oder Pappelreihen, die um den majestätischen Fluss stehen. Diese Natur hat die Kreativität sowie die Sinne einiger Künstler angeregt; sie haben durch Beobachtung und Nachdenken über die enge Beziehung zwischen Menschen, Mühen des Tages sowie den Zeitraum, in dem das Leben und die Arbeit der Menschen verlaufen, eine ganz besondere Kunst entwickelt. Die ländliche Umwelt sowie die Polandschaft dienen also als Szenerie verschiedener Ereignisse, die in eine einzige Richtung zusammenlaufen: der künstlerische Ausdruck. Viele dieser Persönlichkeiten, von denen wir eindrucksvolle Zeugnisse ihrer Feinfühligkeit besitzen, werden in einer imaginären Strecke durch die Kunstmuseen der Gegenwart dieses Gebiets ausgezeichnet dargestellt. Alle Museen, insbesondere in San Giacomo, San Benedetto, Suzzara und Quistello, haben einen gemeinsamen Ursprung, der in der bäuerlichen Welt verankert ist; die Verzweigungen dieser Welt klammern sich an den Kunstinhalt und dieser Inhalt drückt sich von mal zu mal in der Naïvkunst, in der Verbindung von Kunst und Arbeit, im Kulturfundament aus, das die Ausdrucksweise von Gorni, Semeghini, Viani durchdringt. Auf der anderen Seite kann man auch eine Zauberwelt wie die von Viviani finden, wo die äpfel ein Unikat und gleichzeitig ein einzelnes und vielfältiges werden.m Land und dem Leben. Die Motive, die den "Suzzara-Preis" ins Leben gerufen haben, sind ebenfalls in Beziehung zum Leben und zum Land zu suchen. Aus der Auffassung von Leben und Land, das sich in Richtung einer industriellen Gesellschaft entwickelt, ohne dabei den Begriff "Mutter Erde" zu verletzen, da sie der Ursprung aller Dinge ist. Wir verweisen auf den Kunstbegriff von Ruggero Giorgi, auf seine Verpflichtung einer überlieferung der Traditionen sowie auf die Kenntnis einer ländlichen Welt, die sich nunmehr entwickelt.


 

Die Strecke

Der Ort, von dem unsere Route startet, liegt in der Provinz Reggio Emilia, gleich nach der Grenze der Provinz Mantua, und kann durch die Staatsstraße 62 der vergilischen Hauptstadt oder von der Pegognaga/Reggiolo-Rolo-Mautstelle der A22-Autobahn erreicht werden. Es handelt sich hier um das entzückende Städtchen Luzzara, Sitz des berühmten Nationalmuseums der Naïvkunst "Cesare Zavattini", das 1967 aufgrund einer Idee dieses Ehrenbürgers Luzzaras gegründet wurde. Zavattini war Schriftsteller, Journalist, Drehbuchautor (er hatte u.a. mit De Sica, Germi und Visconti zusammengearbeitet) und Maler. Die Sammlung entstand gleichzeitig mit dem Nationalen Preis der Naïvmalerei, an dem Naïvkünstler aus allen Regionen Italiens teilnehmen. Die Werke werden durch ein Preisrichterkollegium ausgewählt und einige dieser Werke werden dann Kunstschätze des Museums. Nach Ausstellungsende wird diese eine wandernde Ausstellung, damit die Naïvkunst der Künstler, die sich in Luzzara versammeln, in jeder italienischen Region bewundert werden kann. Die Ausstellung findet jährlich ab dem dritten Samstag im März bis zum dritten Sonntag im Mai statt. Heute besitzt das Museum mehr als 200 Werke (Bilder und Skulpturen), die jedoch dank der Ausstellung immer mehr werden. Diese Schätze tragen dazu bei, eine repräsentative übersicht der Naïvdarstellung zu bekommen. Des weiteren besitzt das Museum 67 Gemälde von 1975, sowie eine Sammlung von Dokumenten, Bänden, Archivpapieren und Reportagen, die sich auf die Tätigkeit des Museums von seinem Ursprung bis heute beziehen.


 

Nationalmuseum der Naïvkunst "Cesare Zavattini"

 

Ex Convento degli Agostiniani, Via Villa Superiore 29, Luzzara (Re), Tel. 0522 977283-977667 Fax 0522 224830

Fährt man 5 km von Luzzara in Richtung Mantua, erreicht man das Industriestädtchen Suzzara, wo 1948 der Suzzara-Preis gegründet wurde; dieser Preis wurde von Dino Villani und Cesare Zavattini ins Leben gerufen. Beide zusammen haben eine ganz besondere Volks-/Kunstveranstaltung entwickelt, bei der das Hauptthema die Arbeit sein sollte und außerdem einen symbolischen Austausch zwischen Kunst- und Arbeitsprodukten vorsah. Der Zweck dieser Initiative sollte ein Treffpunkt von "normalem" Publikum und den gewöhnlich unerreichbaren Künstlern sein. Das zog schon bei der ersten Preisveranstaltung zahlreiche Künstler an und konnte seit jenem Datum auch bei den nachfolgenden Veranstaltungen immer auf erfolgreiche Ergebnisse zählen. Die Preisjury bestand nicht nur aus Fachleuten, sondern auch aus einem Handwerker, einem Angestellten und einem Bauern. Durch den Austausch von Kunst und Arbeit (mit Tausch zwischen landwirtschaftlichen, handwerklichen, industriellen Produkten und Kunstwerken) wurden die mit einem Preis ausgezeichneten Kunstwerke Eigentum der Gemeinde Suzzara; später wurde eine der wichtigsten realistischen und neorealistischen Kunstsammlungen Italiens in der Städtischen Kunstgalerie der Gegenwart gegründet. Unter den Künstlern befinden sich Renato Birolli, Carlo Carrà, Umberto Boccioni, Aligi Sassu und Renato Guttuso.


 

Galleria Civica d`Arte Contemporanea (Städtische Kunstgalerie der Gegenwart)

Via Guido da Suzzara 48/A Suzzara (Mn) Tel. 0376 535593

 

Durch Pegognaga kommt man in das wunderschöne Dorf San Benedetto Po, das auch durch den Fluss erreicht werden kann. Hier gibt es in Inneren des benedektinischen Klosterkomplexes, in dem sich das Museum der Povolkskultur befindet, einen Bereich, der einer Persönlichkeit des ländlichen Lebens und der örtlichen Traditionen gewidmet ist: Antonio Ruggero Giorgi, ein bedeutender Künstler, der aus einer Bauernfamilie stammte, und am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts lebte. Man kann hier seine Zeichnungen, Skizzen und Bilder bewundern. Giorgi wurde 1887 in Reggiolo (Provinz Reggio Emilia) geboren und arbeitete als Anstreicher in Mantua, um sich die Zeichenkunstschule finanzieren zu können. 1910 begann er die Kunstakademie in Verona zu besuchen. Nach einiger Zeit fing er an zu reisen, fuhr nach München, um die Kurse von Professor Knir, dem Lehrer von Paul Klee, zu besuchen und wurde dort Assistent von Oskar Kokoschka. Seine bevorzugten Techniken sind vor allem der Bleistift, die Ölmalerei sowie die Graviertechnik aus dem fünfzehnten Jahrhundert, die ebenso von den deutschen Expressionisten wieder geschätzt wurde. Die Themen dieses Künstlers sind die Menschen, die Arbeit in den Feldern, die Tiere, die Bildnisse und Geschichtsereignisse. Im fortgeschrittenen Alter konzentrierte er sich auf das Stilleben.


 

Collezione Giorgi (Giorgi-Sammlung)

 

Chiostro degli Abati, Piazza Teofilo Folengo S. Benedetto Po (Mn) Tel. 0376 623036

Verlässt man S. Benedetto und fährt Richtung Poggio Rusco, erreicht man nach 7 km das Dorf Quistello und ein wenig nördlicher die Ortschaft Nuvolato. Das kleine Dorf Quistello ist der Geburtsort vieler einflussreicher Künstler der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, wie z.B. Giuseppe Gorni, Defendi Semeghini, Pio Semeghini, Alberto Viani und Teresita Vincenzi geboren. 1985 sammelte die Pinacoteca Comunale di Quistello (Öffentliche Pinakothek in Quistello) einige Werke dieser Künstler, um von einem breiten Publikum bewundert werden zu können. Die Sammlung schließt auch 120 graphische Werke von Vanni Viviani ein.


 

Pinacoteca Comunale

 

Via Martiri di Belfiore, 7 Quistello (Mn) Tel. 0376 619739 (Bibliothek)

 In Nuvolato werden in nächster Zukunft zwei Museen eröffnet, die dem Küünstler Giuseppe Gorni gewidmet sind, welcher 1894 in Nuvolato geboren wurde. Die Giuseppe-Gorni-Stiftung wird ein dauerhaftes Museum in dem Gebäude der ehemaligen Grundschule einrichten. Im Museum werden Sammlungen aus dem Besitz der Gemeinde Quistello sowie aus Familienbesitz des Künstlers zusammengetragen, so dass man eine umfassende übersicht der Werke und des Lebens von Gorni erhält. Noch eindrucksvoller verspricht das Landesmuseum zu werden; hier werden die verschiedenen Gebäude gezeigt, die der Künstler mit Außengraffitimalerei dekorierte, unter anderem sein Haus, das Friedhoftor, einige Gräber sowie das Gebäude, in dem das Museum entsteht.

Fährt man weiter auf der Straße nach Poggio Rusco kommt man nach San Giacomo delle Segnate. 1998 kehrte der Künstler Vanni Viviani nach vielen Kunsterfolgen in der ganzen Welt in sein Geburtsdorf zurück. Sein Erfolg verdankt er seinen Bildern, auf denen die äpfel symbolische Hauptfiguren darstellen. In San Giacomo gründete er das Ca` di Pom, das gleichzeitig Wohnhaus als auch ein sehr lebhaftes Kulturzentrum ist, in dem Viviani, verloren im Nebel und der Stille, eine Art verlorene Unschuld wieder findet. Die Werke bleiben somit in dem kleinen Museum desselben Ortes, wo sie auch entstanden sind.


 

Ca` di Pom,

 

Via Cantone 13 S. Giacomo delle Segnate (Mn) Tel. 0376 616611 Fondazione Bam Corso Vittorio Emanuele 13 Mantova Tel. 0376 311861

In Poggio Rusco angekommen folgt man den Schilderungen nach Revere-Ostiglia, wo unsere Strecke letztendlich in Revere endet. In dem einzigartigen Herzogspalast in Revere, welcher von Luca Fancelli für die Gonzagas gebaut wurde, befindet sich in dem restaurierten Palastdachboden eine Sammlung von zeitgenössischen Kunstwerken, und neben ihm das eindrucksvolle Pomuseum: es handelt sich hier um das Young Museum, was sich als Ziel gesetzt hat, die Kunst auf internationaler Ebene zu fördern. Neben der dauerhaften Ausstellung, die aus mehr als dreihundert Werken besteht, finden bedeutende Ausstellungen statt, die unter anderem dank der Mitarbeit mit wichtigen internationalen Galerien organisiert werden. Im Artshop kann man Bücher und Kunstobjekte kaufen, während man in der angrenzenden Bibliothek ungefähr viertausend Bände zur Dichtung finden kann.


 

Young Museum

 

Palazzo Comunale, Piazza Castello 12 Revere (Mn) Tel. 0386 46001-2

Für die Fotografien danken wir dem Fotoarchiv APT, Toni Lodigiani und Ca di Pom

 

  • premio Suzzara
  • premio Suzzara
  • Ca' di pom
  • Ca' di pom