Die Reisstraße

Land voller Wasser und Reisfeldern von der Sonne beleuchtet

Die Reisstraße

Risotto alla pilota Risotto alla pilota   Ein flaches Land mit Flüssen und Kanälen, das von Mai bis September durch die Reflexion des Wasserspiegels der Reisfelder beleuchtet wird; das ist die Landschaft, die Sie begleitet, wenn Sie in Richtung Po-Fluss die Po-Ebene betreten und durch das Gebiet der Provinz Mantua zwischen dem linken Ufer des Mincio-Flusses und der Grenze zu Venetien fahren. Früher hörte man im Frühling und im Sommer die Lieder der Unkrautjäterinnen, die sie während ihrer Arbeit sangen. Heute hört man nur noch das Zwitschern der Vögel, die die Reisfelder als ihr Habitat gewählt haben, sowie den einladenden Klang der zahlreichen Dorffeste, die die vielfältigen Reisarten feiern.

Dieses Land hat eine starke and traditionsreiche Beziehung zum Reis und zum Wasser, das den Reisanbau ermöglicht: der ländliche Baustil, insbesondere die zahlreichen Reishöfe mit ihren Tennen, die Anlegeplätze für große Kähne, die Reistrockenanlagen und die Reismühlen; die Feuchtigkeit der Reisfelder mit ihrem intensiven Leben; die Gastronomie, die die traditionelle Zubereitungstechnik der hier angebauten Reissorte Vialone nano berühmt gemacht hat. Alles spricht hier über Reis und Wasser. Wir möchten Ihnen daher eine Reisestrecke vorschlagen, auf der Sie die ca. 200 km lange "Reisstraße" und ihre Naturschätze entdecken können. Sie können entweder mit dem Auto oder mit dem Fahrrad fahren, oder die Strecke per Pferd erforschen, auf Höfen oder bei kleinen Kirchen rasten, Reis direkt von der Produktion kaufen und die alten, traditionellen Geschmacksrichtungen oder neue Geschmackskombinationen in den zahlreichen Restaurants oder agrituristischen Raststätten kosten.

Sie fahren auf Strecken, die Sie durch eine einzigartige grüne Landschaft führen, und auf denen Sie antike, bezaubernde Höfe entdecken können. Zur Erholung können Sie zwischendurch bei einem der agrituristischen Betriebe, die sich entweder direkt auf der Reisstraße oder unmittelbar in ihrer Nähe befinden, Halt machen.


Die Strecke

Der westliche Teil der Reisstraße durchquert und läuft am "Mincio-Park" entlang, das größte Naturschutzgebiet der Provinz Mantua, das sich von Ponti sul Mincio bis Sustinente erstreckt.

Die Reise beginnt an der Ausfahrt Mantua Nord der A 22-Autobahn. In Richtung San Giorgio liegt bei dem kleinen Dorf Ghisiolo der Costavecchia-Hof, ein Beispiel des ländlichen Baustils Mantuas des linken Ufers des Mincio-Flusses, mit breiter Tenne und Wassergräben an drei Seiten, die das Anlegen der Reiskähne ermöglichen.

In Gazzo liegt der Carpaneta-Hof, eine stillgelegte Reismühle. Fährt man von Stradella aus auf der Landstraße in Richtung Roncoferraro, sieht man auf der linken Seite den Motta-Hof, aus der Zeit der Gonzagas, sowie die Il-Galeotto-Reismühle - ihr Name stammt von dem Nachnamen ihres ersten Eigentümers, Francesco Galeotti - , die seit 1765 in Betrieb ist. In Cadé wird das Bild der "Madonna der Reisfelder" in der San- Filippo-und-Giacomo-Kirche verwahrt.

Fährt man weiter in Richtung Roncoferraro, kommt man in Villa Garibaldi an, wo sich die Nuvolari-Villa aus dem neunzehnten Jahrhundert, sowie die Ramaschi-Villa aus dem sechzehnten Jahrhundert befinden. In Roncoferraro, das wichtigste mantuanische Reisanbauzentrum, kann man den Corte Grande (Großer Hof) bewundern, der aus einem Herrenhaus, Flügeln aus dem neunzehnten Jahrhundert sowie einer breiten Reistenne besteht. Hier befindet sich auch das sehr interessante "Reismuseum", das mit Voranmeldung besucht werden kann. In den Gärten nahe des Corte Grande steht das Unkrautjäterin-Denkmal, ein zeitgenössisches Kunstwerk von Barbara Rossetti. Wenige Kilometer außerhalb des Dorfes Richtung Nosedole liegt der Cagiona-Hof, wahrscheinlich der älteste mantuanische Reishof.

Bei Roncoferraro trifft man auf den Badia-Hof, ein antiker Reisbetrieb aus der Gonzaga-Zeit, in dem bedeutende Fundstücke eines Reistrockners verwahrt werden. In Richtung Governolo erreicht man die Ortschaft Garolda mit dem San Giovanni-Hof, der Cavriani-Villa, Veneri-Villa und Le Quadre-Villa, alles Gebäude aus der Barockzeit.

Bei Roncoferraro trifft man auf den Badia-Hof, ein antiker Reisbetrieb aus der Gonzaga-Zeit, in dem bedeutende Fundstücke eines Reistrockners verwahrt werden. In Richtung Governolo erreicht man die Ortschaft Garolda mit dem San Giovanni-Hof, der Cavriani-Villa, Veneri-Villa und Le Quadre-Villa, alles Gebäude aus der Barockzeit. Die Unkrautjäterinnen

In Richtung Mantua liegt Pontemerlano, mit der Isabella-d`Este-Villa und der Riesenfeldt-Villa, beides Beispiele patrizischer Wohnsitze im Rokokostil, und der Rottadola-Hof, ein antiker und eindrucksvoller landwirtschaftlicher Hof. In der Nähe befindet sich das Vallazza-Naturschutzgebiet. In Richtung Ostiglia geht es nach Governolo, wo Legenden zufolge Papst Leone die Wanderung des Hunnenkönigs Attila aufhielt. In dieser Ortschaft steht der Galliano-Turm, der von Mathilde von Canossa errichtet wurde, sowie die Sant`Erasmo-und Agostino-Kirche mit dem Bild "San Leone trifft Attila" aus dem Jahr 1614. In Governolo werden zwei wichtige hydraulische Werke verwahrt: die Unterstützungsschleuse oder Vinciana-Schleuse, die nach dem Projekt von Pitentino (1198) gebaut und dann von Bertazzolo nach Zeichnung von Leonardo erneuert wurde; sie verhindert ein Aufsteigen der Po-Wässer. Talabwärts befindet sich die San-Leone-Schleuse, die eine Bootsfahrt zwischen den Mincio- und den Po-Wässern, die auf unterschiedlichem Wasserniveau liegen, möglich macht.

In Sacchetta di Sustinente liegt die Mazzocchi-Villa, auch Palazzona-Villa genannt, und der Palazzina-Hof. In der Nähe befindet sich Sustinente, der Geburtsort von Bernardino Ghinosi (1808-1855), Patriot und Reisfeldgelehrter; sofort nach diesem Dorf liegt der Palast der Grafen Guerrieri Gonzaga Belgioioso. Wenn man nach Serravalle Po fährt, trifft man auf den Torriana-Komplex, dessen Gründung auf das Jahr 1650 zurückgeht. Dieser Komplex besteht aus dem Herrenhaus und der Kirche.

Ostiglia ist eine Siedlung römischen Ursprungs und der Geburtsort des Historikers und Dichters Cornelio Nepote (99-31 v.C.); hier kann man in der Gareggiati-Bibliothek eine bedeutende Sammlung von Musikmanuskripten bewundern. Ebenfalls sehenswert sind der Palazzo-Bonazzi-Garten und das archäologische Museum. Im Po-Flussbett befindet sich die "Boschina"-Insel, ein Naturschutzgebiet. Unmittelbar in der Nähe befindet sich das Dorf Comuna Santuario, wo man die geweihte Stätte der Madonna von Comuna aus dem vierzehnten Jahrhundert bewundern kann, die infolge einer Erscheinung der Madonna angefertigt und wahrscheinlich von Giulio Romano umgearbeitet wurde. In Ostiglia kann man Vialone-Nano-Reis bei den Lucchi-und Chiodarelli-Reismühlen kaufen. Hier liegt Busatello, wo sich der archäologische Ort La Vallona sowie eine wichtige Naturinsel befinden.

Nach Cardinala fährt man durch das Poletto-Tal, das im Jahr 1473 trocken gelegt wurde; es handelt sich hier um den ersten mantuanischen Boden, der mit Reis bebaut wurde. Wenn man nach Gazzo Veronese abbiegt, kommt man zur San-Pietro-in- Monastero-Kirche, die vor 1000 n.C. errichtet wurde und von den Einwohnern "El Ceson" ("Die große Kirche") genannt wird. Wenn man auf der Landstraße SS 80 fährt, erreicht man nach wenigen Kilometern Villimpenta. Hier befindet sich die Scaligero-Burg sowie die Villa Gonzaghesca oder auch Villa Zani genannt, die Giulio Romano oder Michele Sanmicheli zugeschrieben werden.

Fährt man weiter in Richtung Castel d`Ario, kommt man nach Pradello, mit seinen Rusta-, Fienilone- und Pomellone-Höfen. Dieser Ort liegt in einem entwaldetem Gebiet, was bereits in der Mönchszeit trockengelegt wurde. Im Francioli-Hof, in der Via Fossa, befindet sich eine Sammlung landwirtschaftlicher Geräte, die zum Reisanbau genutzt wurden. In Villagrossa gibt es zahlreiche gut erhaltene Landhöfe, unter denen der Hof der Orsinis aus Rom hervorsticht, der noch heute ein blühender landwirtschaftlicher Betrieb ist und Vialone-Nano-Reis produziert und direkt verkauft. Castel d`Ario, der Geburtsort des Sagenrennfahrers Tazio Nuvolari (1892-1953), den D`Annunzio "den fliegenden Mantuaner" nannte, bewahrt noch heute die Türme und teilweise den Mauerring des Kastells. Der Sage nach wurde die Burg römischen Ursprungs vom Zentauren Arius errichtet. In dem größten Turm - dem Hungerturm - wurden auf Befehl von Passerino Bonacolsi, Francesco Pico della Mirandola und seine zwei Söhne, Prendiparte und Tommasino, lebendig eingemauert. Dasselbe Schicksal widerfuhr später Francesco und Giovanni, Söhne von Passerino, sowie Guido und Pinamonte, Söhne von Butirone Bonacolsi, auf Anordnung der Gonzaga. Etwas weiter trifft man auf Susano, wo das seit kurzem restaurierte ehemalige Dominikaner-Kloster (das Kloster und die Kirche wurden 1613 von Maria Viani errichtet) steht, in dem sich heute Antiquitätenläden befinden. Wenn man in den Norden Mantuas fährt, kommt man nach Bigarello, zur Mühle von Tristano Martinelli, dem berühmten Harlekin, einer typisch mantuanischen Maske. In Bazza befindet sich der gleichnamige Hof aus dem dreizehnten Jahrhundert, der im achtzehnten Jahrhundert durch die Grafen Todeschini restauriert wurde.

In Castelbelforte, im Parolara-Hof der Grafen Canossa steht das Sant`Ignazio-di-Lojola-Oratorium (1757). Nach Castelbelforte erreicht man Canedole, wo man auf den zu Militärzwecken gebauten Glockenturm stößt, in den der Sage nach Romeo Montecchi vor der Pest flüchtete, die Mantua derzeit heimgesucht hatte. In demselben Gebiet befindet sich der Corte Grande (Großer Hof), der auch Corte Pasetto genannt wird, mit seinem Herrenhaus, vor dem sich eine enorme Tenne befindet, um die ein Graben für die großen Reiskähne liegt. Bei Castiglione Mantovano liegen der Corte Alta und der Corte Castello. Diese Ortschaft entstand ursprünglich 1229 als Festung zur Verteidigung gegen die Veroneser und diente bis zum sechzehnten Jahrhundert zur Aufsicht und Absperrung einer der wichtigsten Zugangswege Mantuas. Von hier erreicht man Roverbella mit seiner interessanten Mariä-Verkündigungskirche, die 1766 in Spätbarockform erbaut wurde.

Wenige Kilometer von Roverbella entfernt liegt Pozzolo, das für seinen gleichnamigen Graben bekannt ist, ein hydraulisches Werk aus dem fünfzehnten Jahrhundert. Erhalten geblieben ist hier nur ein Gebäude aus dem achtzehnten Jahrhundert, was 1878 durch Antonio und Federico Arrivabene wieder aufgebaut wurde. Das gesamte Land, durch das unsere Strecken führen, wird durch ein modernes hydraulisches System bewässert, das sein Wasser aus dem Mincio-Fluss gewinnt. Fährt man Richtung Marmirolo weiter, kommt man nach Massimbona, das zur Gemeinde Goito gehört. Hier kann man eine noch funktionierende Mühle aus dem Jahre 1150 besichtigen, wo zahlreiche Originalgeräte gesammelt und verwahrt werden, die damals von den Müllern gebaut wurden. Fährt man wieder in Richtung Mantua, durchquert man die Gemeinde Marmirolo. Hier sind sowohl der Corte Quaresima (Quaresima-Hof), der in der ersten Mitte des neunzehnten Jahrhunderts von Gian Battista Vergani gebaut wurde, sowie der Corte Villanella aus dem siebzehnten Jahrhundert sehenswert. Verlässt man den Ort und fährt 2 km in Richtung Mantua, gelangt man auf der rechten Seite zur Umleitung zum Bosco Fontana (Fontana-Wald).

Letztendlich erreicht man Porto Mantovano, wo in der Ortschaft Spinosa der gleichnamige Hof liegt; man sagt, dass dieser Hof von Giulio Romano oder von G.B. Bertani erbaut wurde (Mitte des sechzehnten Jahrhunderts). In der Nähe der heutigen Mautstelle Mantua Nord können die eindrucksvollen Ruinen des Favorita-Palastes bewundert werden, den der Architekt Niccolò Sebregondi zwischen 1615 und 1624 für die Gonzagas baute, und der ein Zeugnis des antiken Prunks der mantuanischen Familie ist.